
Wandanstriche haben eine lange Tradition. Dabei geht es zum einen um die reine Gestaltung durch verschiedene Farben, zum anderen aber auch um erforderliche Schutzfunktionen, die wiederum von der Art der Raumnutzung abhängen. Je nach gewählter Farbe haben die Wandfarben verschiedene Eigenschaften.
… hängt insbesondere von der Nutzung des Raumes bzw. der Beanspruchung der Wand ab. Die Qualität, bzw. die Wirkung einer Farbe ergibt sich hauptsächlich durch drei Komponenten, nämlich dem Bindemittelgehalt, den Weißpigmenten und der Umweltverträglichkeit. Bindemittel und Weißpigment bestimmen die Farbeigenschaften wie auch die Hochwertigkeit der Farbe. Für Innenräume gibt es dazu verschiedene Kategorien:
In beanspruchten Räumen wie Küche und Bad, aber auch Wohnungsflur oder Kinderzimmer sind nassabriebbeständige Farben nach DIN EN 13 300 empfehlenswert. Diese Farben vertragen auch einmal eine feuchte Reinigung ohne sich aufzulösen. Bei der Kennzeichnung dieser Farben ist zu beachten, dass es nach DIN fünf verschiedene Klassen gibt. Je niedriger die Klasse, umso beständiger ist auch die Farbe. Wandfarben im Innenbereich sollten mindestens in der Klasse 3 „waschbeständig“ gewählt werden.
Farben über Farben – die Qual der Wahl
Der Klassiker unter den Wandfarben ist nach wie vor die Dispersionsfarbe. Dieser Oberbegriff umfasst eine Vielzahl von Farbsorten unterschiedlicher Zusammensetzung. Allen Dispersionsfarben gemeinsam ist Wasser als Basis und die Mischbarkeit mit verschiedenen Abtön- oder Volltonfarben. Als Bindemittel für die Pigmente kommen Alkydharze oder Latex zum Einsatz. Darüber hinaus gibt es noch viele andere Farbarten, die als Wandfarbe verwendet werden können. Sie unterscheiden sich in Zusammensetzung und Optik wie auch in ihren Eigenschaften:
Für gesundes und schadstofffreies Wohnen empfehlen wir bei der Auswahl des Produktes auch auf ökologische Kriterien zu achten. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie entweder eine zertifizierte Naturwandfarbe oder eine Farbe mit dem Umweltzeichen wählen. Für emissionsarme Wandfarben steht das RAL-ZU-102 in Form des „Blauen Engels“.
Farben mit diesem Zeichen belasten die Innenluft nur geringfügig, auf dem Gebinde sind alle enthaltenen Inhaltsstoffe deklariert, so dass Allergiker auf Nummer sicher gehen. Der Gehalt an Konservierungsmitteln ist stark beschränkt, die Räume können sofort nach dem Trocknen der Farbe unbedenklich wieder genutzt werden.
„Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und Grün des Lebens goldner Baum.“ (Mephisto in Goethe’s Faust)
Schon Goethe beschäftigte sich mit der psychologischen Wirkung von Farben. Im Jahre 1810 veröffentlichte er sein Werk „Zur Farbenlehre“, in dem er sich damit auseinandersetzte, wie Menschen auf Farben reagieren. Viele seiner damals angestellten Beobachtungen haben auch heute noch Gültigkeit. Jeder Mensch Lieblingsfarben, mit denen er sich gerne umgibt. Bei der Gestaltung der eigenen vier Wände ist deshalb von Bedeutung, dass man sich selbst mit den gewählten Farben wohlfühlt. Durch geschickte Kombination mit Kontrastfarben oder ruhigen Tönen kann man Räume noch individueller gestalten.
Heiter wie die Sonne - Gelb
wird meist mit Sonne und Licht assoziiert und vermittelt so ein Gefühl der Heiterkeit und der Leichtigkeit. Je nachdem, wie viele Grün- oder Rotanteile es enthält, wirkt es eher frisch und grell oder warm und sonnig. Im Raum hat Gelb eine öffnende, strahlende Wirkung.
Energie für den Tag - Orange
ist eine energiegeladene, lebensbejahende Farbe, die von den meisten Menschen als warm und optimistisch, aber auch als laut empfunden wird. Orangefarbene Räume vermitteln Dynamik und Aktivität.
Rot wie die Liebe
steht für Liebe, Feuer und Erotik, aber auch für Macht und Würde. Je nach Intensität und Farbzusammensetzung wirkt es leidenschaftlich und auffordernd oder schwer und materiell. Rote Räume oder rote Farbakzente im Raum ziehen in jedem Fall alle Blicke auf sich.
Rosa – die Farbe der Unschuld
gilt als eine typische „Mädchenfarbe“ und wird deshalb als unschuldig und weiblich wahrgenommen. Räume in Rosatönen vermitteln ein Gefühl der Weite und Leichtigkeit.
Naturnah und beruhigend - Braun
wird in der Regel mit Mutter Natur bzw. natürlichen Materialien wie Erde, Holz, Stein oder Naturfasern verbunden. Es gibt dem Betrachter ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit und verleiht Räumen Stabilität und Ruhe.
Dynamisch oder zart - Violett
ist einerseits die mystische Farbe der Magie, kann aber auch zart und blumig wie Lavendel oder Veilchen auftreten. Je nachdem, welches Violett man wählt, kann ein so gestalteter Raum geheimnisvoll, melancholisch oder kühl wirken. Violett verleiht Räumen Tiefe und lässt sie bei Bedarf auch kleiner wirken.
Kühle Zurückhaltung - Blau
ist die Farbe des Himmels und des Meeres und vermittelt so ein Gefühl unendlicher Weite und Beständigkeit. Es wirkt beruhigend und zurückhaltend und eignet sich beispielsweise ideal für das Schlafzimmer.
Grün wie die Hoffnung
steht für Gesundheit, Natur und Hoffnung. Mit steigendem Blauanteil werden Grüntöne kälter, dadurch kann das Temperaturempfinden in Räumen beeinflusst werden. Grüne Räume wirken frisch, beruhigend und vertraut, deshalb wurden schon zu Goethes Zeiten häufig aufgesuchte Räumlichkeiten gerne grün tapeziert!
Elegant und Edel - Schwarz/Weiß/Grau
wirken grafisch, cool und elegant. Sie eignen sich hervorragend, um einen Raum zu gliedern oder als Hintergrund für kräftige Farbakzente. Darüber hinaus können alle bunten Farben mit Weiß aufgehellt werden und wirken dadurch frischer, weiter und sauberer.
Unser Farb-Tipp zur Gestaltung:
Besonders geschmackvoll wirken Räume, in denen ein klares Farbkonzept umgesetzt. Maximal drei Farbtöne sollten in einem Raum dominieren, reizvoll sind Kombinationen aus sanften und unaufdringlichen Farben mit klaren, kräftigen Grund- oder Komplementärfarben.

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